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Kunst: Der Versuch einer Definition.

Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken, welche den Menschen bewegen. Kunst ist hierbei weniger das, was Kritiker und Spekulanten für wertvoll und handelbar halten, sondern vielmehr all das, worin der Künstler ein Stück von sich selbst gegeben hat. Sei es ein großes oder ein eher bescheidenes Werk. Es ist immer Ausdruck einer expressiven Schaffenskraft und des Bedürfnisses, sich mitzuteilen.

Kunst überwindet Sprache, Raum und Zeit. Sie verbindet die Menschheit durch Kultur, dokumentiert Geschichte, Religion und andere Wissenschaften und findet durch die unterschiedlichen Ausdrucksformen zu uns.

Durch Kunst spricht die Vergangenheit zu uns und in Kunst tragen wir ein Stück Gegenwart in die Zukunft. Über Kunst als Mittel der Kommunikation wurde formuliert und dargestellt, was nicht direkt gesagt werden durfte oder nicht gesagt werden konnte. Kunst flieht aus jedem Gefängnis, denn sie wechselt ihre Erscheinungsform von real zu virtuell, von Gedanken und Ideen zum daraus erschaffenenen Werk, behende hin und zurück. Kunst überwindet Grenzen und Kontinente, Sprachbarrieren, Raum und Zeit.

Ob wir Kunst sehen, hören, fühlen oder schmecken. Ob wir sie als solche überhaupt erkennen oder nicht. Ob es sich um ein Gemälde, eine Fotografie, eine Skizze, ein Bauwerk, einen Garten, ein Musikstück, ein Ballett- oder Theaterstück, um ein Arrangement oder eine Installation von Gegenständen, eine Skulptur, ein Essay, ein Gedicht, einen Roman oder was auch immer handelt. Stets wurde manifestiert, was den Schöpfer des Werkes bewegte und den Betrachter in irgendeiner Weise mehr oder weniger angenehm berührt, ihn beglückt oder bestürzt.

Spricht man von Kunst, fällt einem schnell die Redensart ein: "Kunst kommt von Können". Wenn also jemand etwas außergewöhnlich gut beherrscht, ein Meister seines Fachs ist, dann kann er zum Künstler werden. So entstanden neben der Bildenden Kunst Bereiche, welche wir heute ganz selbstverständlich als kunstvoll verstehen wie: Die Handwerkskunst, die Kunst der Rhetorik, die ärztliche Kunst, Kleinkunst etc. Doch wir haben als Menschen Kunst nicht für uns allein gepachtet. Auch andere Daseinsformen des Lebens zeigen Formen von Kunst, wie z.B. die Kunst der Jagd der Eisbären, Baukunst der Spinnen, Vögel und Biber und der Gesang der Wale zeigen.

Bereits in der Steinzeit schufen die Vorfahren der Menschen Bilder in Form von Höhlenmalerei. Während die Kunst anfangs vor allem der generationenübergreifenden Erhaltung von Erfahrung und Geschichte diente, wurde sie lange Zeit danach meist nur zur Darstellung von religiösen Inhalten genutzt. Die alten Meister wie Dürer, Rembrand, Leonardo Da Vinci, etc. befreiten sie hiervon und so nahm sie über die Romantik z.B. eines Caspar David Friedrich, sowie den Impressionismus z.B. eines Monet, eines Vincent Van Gogh, eines William Thurner und Gaugin und den Expressionismus z.B. Kandinskys den Weg in die Moderne, die zeitgenössische Kunst oder auch Contemporay Art genannt.

Schon der zu Lebzeiten verkannte Van Gogh musste erfahren, wie es ist, wenn Menschen seine Kunst nicht erkennen können. Heute ist dies noch viel schwerer, weil die Spannbreite dessen, was von einem Teil der Menschen als Kunst hoch gelobt und teuer verkauft wird (wie z.B. der Fettfleck von Beuys oder der mit Brillanten besetzte Totenkopf eines Damian Hirst), von einem anderen Teil der Menschen freiweg als profan und geistlos abgelehnt wird. Immer wieder kommt man zum Kern der Frage danach, woran man heute Kunst und Kultur erkennt. Eine Frage, an welcher sich die Geister scheiden.

Jedenfalls ist das innere Bedürfnis und das innere Verlangen nach Ausdrucksmöglichkeit, die Schaffenskraft, welche viele Menschen in sich spüren, allemal Berechtigung genug, sich in den Schaffensprozess zu begeben und das Ergebnis zu teilen.

Die Beglückung und Befriedigung des Künstlers über sein gelungenes Werk (aber auch dessen eventuelle Unzufriedenheit mit dem erzielten Ergebnis seiner Schaffenskraft, verbunden mit zahllosen Neuanfängen mit dem Ziel der Verbesserung) sowie die Anerkennung des Werkes durch das Publikum, abseits von materiellen Werten des Werkes, wie sie ein künstlich hochgepuschter Kunstmarkt von Investoren und Spekulanten bestimmt, sind die Leuchttürme, die "guiding lights", welche uns zur Kunst führen können.
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